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Buchtipp des Monats: Die Peter-Grant-Reihe von Ben Aaronovitch

Kennt ihr die Peter-Grant-Reihe von Ben Aaronovitch? Nein? Dann entgeht euch was.

Ursprünglich habe ich „Der Galgen von Tyburn“ wegen seines großartigen Covers gekauft, und weil ich von Freundinnen immer mal wieder gehört hatte: „Ach ja, der neue Aaronovitch“. Bis dahin kannte ich weder den neuen noch die alten Aaronovitchs, aber ich habe fleißig aufgeholt!

Peter Grant ist frischgebackener Police Constable in London und wartet besorgt, wohin man ihn nach Ausbildungsende nun versetzen wird. Alles deutet darauf hin, dass er hinter einem Schreibtisch landen wird, doch da geschieht etwas Merkwürdiges und Peter findet sich unverhofft als erster und einziger Lehrling seit 50 Jahren in einer Abteilung der MET wieder, von der er bisher nicht mal ahnte – dem Folly, das sich mit magischen Vorgängen befasst, bzw. mit „abstrusem Scheiß.“

Und wenn euch das jetzt ein wenig schräg und bizarr vorkommt, dann habt ihr die Grundstimmung dieser Reihe schon ziemlich gut erfasst. Pro Buch gibt es einen Hauptfall, aber einige Vorfälle und Handlungsbögen überspannen auch mehrere Bände. Wer richtig in die Serie eintauchen will, sollte die Bücher in der richtigen Reihenfolge lesen:

  1. Die Flüsse von London
  2. Schwarzer Mond über Soho
  3. Ein Wispern unter Baker Street
  4. Der böse Ort
  5. Fingerhut-Sommer
  6. Der Galgen von Tyburn

Peters Fälle sind skurill, doch der kluge Constable mit der großen Klappe und dem noch größeren Herzen meistert so Einiges, auch wenn er zwar beherzt und zupackend, aber alles andere als ein James Bond ist. Nicht immer gibt es für alles eine Lösung (für die Fälle natürlich schon, sonst könnte die Serie im Krimibereich nicht bestehen); manches bleibt im Dunkeln oder wird später noch einmal hervorgeholt. Ich mag es, wenn dem Leser nicht alles übererklärt wird.

Als ich mit „Die Flüsse von London“ anfing, kam mir der Gedanke, dass die Bücher vielleicht auch was für meine Teenager sein könnten. Allerdings habe ich meine Meinung dazu recht schnell geändert, denn bei den Fällen geht es teilweise schon heftig zur Sache. In bester Game-of-Thrones-Manier hat Aaronovitch auch keine Probleme damit, seinen Figuren Schreckliches anzutun.

Die Welt des Peter Grant wird von Buch zu Buch komplexer und lässt den Leser immer tiefer in die Stadt eintauchen, die sowohl Peter Grant als auch sein Schöpfer sehr zu lieben scheinen. Man merkt es in jedem Satz.

Der Erzählton strotzt nur so vor Sarkasmus und bissigem englischen Humor. So gibt zum Beispiel Peter, dessen Mutter aus Sierra Leone stammt, zu bedenken, dass „schwarzer Magier“ keine gute interne Bezeichnung für den Bösewicht sei … wo er doch auch ein schwarzer Magier ist. Ihr seht also, in welche Richtung Aaronovitchs Humor geht.

Dass die Reihe so witzig ist, verdankt sie nicht zuletzt der hervorragenden Übersetzung. Nun habe ich natürlich nicht das englische Original mit dem deutschen Text verglichen, um mögliche Fehler aufzuspüren. Aber wenn mich der deutsche Text zum Lachen bringt, so wie es ursprünglich vorgesehen war, dann haben die beiden Übersetzer alles richtig gemacht.

Mein ganz persönlicher Held der Reihe ist übrigens der geheimnisvolle Inspector Nightingale. Ich freue mich schon auf ein Wiedersehen mit ihm im nächsten Jahr.

Über den Autor:

Ben Aaronovitch ist Buchhändler in London und hat unter anderem auch schon Drehbücher für die Serie „Dr. Who“ verfasst. Daraus macht er kein Geheimnis – mindestens einmal pro Buch wird die Serie zitiert oder erwähnt, genau wie eine Menge anderer Nerdkram – Raumschiff Enterprise zum Beispiel.

Ein Fest für alle Freunde von skurrilen, sarkastischen Krimis.

Autor: Ben Aaronovitch

Übersetzer: Karlheinz Dürr (Band 1), Christine Blum (Band 2-6)

Genre: Fantasy-Krimi

Verlag: dtv-Verlagsgesellschaft

Erscheinungsjahr: 2012-2017

Link zum Verlag

Habt ihr auch ein Buch aus dieser Reihe gelesen und/oder rezensiert? Dann verlinkt eure Rezensionen doch in den Kommentaren!

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8 Comments

  • Reply
    Jeannette
    September 25, 2017 at 12:50 pm

    Eine Rezension von Zeilenliebe: https://zeilenliebe.wordpress.com/2017/05/29/der-galgen-von-tyburn-peter-grant-6/

  • Reply
    Alex
    September 25, 2017 at 11:10 pm

    Hi Jeannette,

    diese Reihe steht schon sehr sehr lange auf meinem Wunschzettel. Ich sollte sie endlich mal beginnen… deine Rezension macht auf jeden Fall große Lust dazu. Obwohl ich jetzt etwas Angst vor der Games-of-Thrones-Manier habe… haha 🙂 Bald ist Halloween, eigentlich eine gute Gelegenheit für den Start in die Reihe, zumal meine Lieblingsserie „Lockwood & Co“ zeitgleich zu Ende geht… ebenfalls in London angesiedelt übrigens.

    Liebe Grüße
    Alex

    • Reply
      Jeannette
      September 26, 2017 at 5:39 am

      Hallo Alex,
      keine Angst und nur zu. 🙂 Ich sage es mal so: Aaronovitch kommt teilweise mit sehr überraschenden Wendungen um die Ecke, was wiederum toll für das Buch ist. Bin gespannt, ob dir die Reihe gefällt. „Lockwood & Co“ schaue ich mir jetzt mal an, danke für den Tipp!
      Viele Grüße,
      Jeannette

  • Reply
    Buchperlenblog
    September 26, 2017 at 10:12 am

    Hallo! 🙂
    Ich liebe Peter Grant und seinen flapsigen Stil total! :9 Bisher habe ich erst 3 Teile gelesen, der vierte liegt aber schon bereit, und wenn ichhoffentlich bald mal wieder die Zeit finde, dann wird weitergelesen. Meine Erfahrung zur Reihe und 3 Rezensionen findet ihr hier: http://wp.me/p8lzLI-c5

    Gabz liebe Grüße!
    Gabriela vom Buchperlenblog

    • Reply
      Jeannette
      September 26, 2017 at 8:42 pm

      Liebe Gabriela,

      in Teil 4 gibt es eine Menge Action, den kann ich dir definitiv empfehlen! Ich mag an Peter vor allem, dass er so ein Obernerd ist und immer irgendwelche obskuren Testreihen veranstaltet. 🙂

      Viele Grüße,
      Jeannette

      • Reply
        Buchperlenblog
        September 27, 2017 at 6:25 am

        😀 Ich finde auch, dass Peter einfach so herzerfrischend anders ist und sich nicht so ernst nimmt. Sich und den ganzen „Scheiß“. 😀 Ich freu mich definitiv schon drauf!

        Liebe Grüße!

  • Reply
    Unser Rezept zum Buch: Scones – Read & Eat
    September 26, 2017 at 7:49 pm

    […] Buch des Monats: Die Peter-Grant-Reihe von Ben Aaronovitch […]

  • Reply
    Donnerstags-Gewinnspiel! – Read & Eat
    September 28, 2017 at 3:42 pm

    […] Hier stellen wir euch die komplette Serie vor, und hier findet ihr ein leckeres Scones-Rezept dazu. […]

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