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Rezension: „Der Pfau“ von Isabel Bogdan

Cover_Pfau_BogdanLord und Lady McIntosh vermieten aus Kostengründen einen Teil ihres Anwesens in den schottischen Highlands an Urlauber. Für ein Wochenende im November hat sich eine Gruppe Banker aus London angemeldet. Unter Leitung einer Psychologin wollen sie in der Abgeschiedenheit der Natur und ohne Handyempfang ein Teambuilding durchführen. Mit an Bord ist außerdem eine eigens für diese Maßnahme angeheuerte Köchin. Doch leider war einer der Pfauen auf dem Anwesen verrückt geworden … und damit nimmt das Chaos seinen Lauf.

Die Geschichte erinnert ein wenig an die kammerspielartigen Stücke von Agatha Christie, denn nur eine begrenzte Anzahl Personen sind an der Handlung beteiligt. Jeder von weiß über einen Teil der Ereignisse Bescheid, doch nur der Leser sieht das große Ganze. Im Gegensatz zu den Christie-Büchern gibt es aber keine wirklichen Protagonisten; jede Figur ist wichtig und wird dem Leser durch die Augen der anderen Figuren vorgestellt. Dabei schafft es Isabel Bogdan, authentische Charaktere zu erschaffen, die nicht nur schwarz und weiß sind, sondern in allen Grauschattierungen leuchten und dem Leser mit ihren Macken und Schrullen ans Herz wachsen, genauso, wie sich ihre Beziehungen untereinander im Lauf der Geschichte verändern, ohne in Klischees zu verfallen.

Tatsächlich habe ich erst beim zweiten Lesen festgestellt, dass das gesamte Buch ohne wörtliche Rede auskommt. Sehr ungewöhnlich, trotzdem stört es überhaupt nicht. Im Gegenteil, es erzeugt einen sehr flüssigen und unterhaltsamen Erzählstil, bis hin zum überraschenden und doch so passenden Schluss.

Fazit: Feine Unterhaltung. Wer Komödien wie Hitchcocks „Immer Ärger mit Harry“, britisches Understatement und schrullige Figuren mag, wird am „Pfau“ viel Freude haben.

(~ Jeannette)

Autorin: Isabel Bogdan

Genre: Roman

Verlag: Kiepenheuer & Witsch

Erscheinungsjahr: 2016

ISBN: 978-3-462-04800-1

Grafik_Rezension_Indie_5_Sterne

 

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