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Rezension: „Für immer zuckerfrei“ von Anastasia Zampounidis

Anastasia Zampounidis hat ein sehr unterhaltsames Sachbuch geschrieben – „Für immer zuckerfrei“. Der Untertitel verspricht: „Schlank, gesund und glücklich ohne das süße Gift.“

Kann das Buch halten, was es verspricht? Ich finde: Jein. Aber ich empfehle es trotzdem gerne weiter. Warum?

Zuerst einmal möchte ich sagen, dass die Autorin, eine Fernsehmoderatorin, die mir bisher allerdings völlig unbekannt war, in einem lockeren, leicht lesbaren Stil schreibt. Sie flicht verschiedene Anekdoten aus ihrer TV-Karriere ein und wir erfahren auch eine Menge über ihre griechischen Wurzeln, ihr kulturell angeborenes Verhältnis zum Essen und dessen gesellschaftlichem Stellenwert. Anhand ihrer eigenen Erfahrungen beschreibt sie den Weg in ein zuckerfreies Leben und setzt sich mit verschiedenen Aspekten der zuckerfreien Ernährung auseinander (Kohlenhydrate – ja oder nein, Obst – ja oder nein?).

Allerdings muss ich sagen, dass das Buch keine reine Anleitung zur zuckerfreien Ernährung ist, denn Anastasia Zampounidis‘ Ernährungskonzept ist schon recht speziell und deutlich komplizierter: Sie ist Veganerin, ernährt sich nach der Fünf-Elemente-Ernährung der Traditionellen Chinesischen Medizin und unterscheidet auch noch nach basischen und sauren sowie kühlenden und wärmenden Lebensmitteln. Ein Konzept, das für sie hervorragend funktioniert, aber den Laien, der sich primär für das Thema zuckerfreie Ernährung interessiert, wohl erst einmal ein wenig überfordert.

 

Dinge, die mir gefallen haben:

  • Anhand ihrer eigenen Geschichte beschreibt die Autorin, wie man den Weg in ein zuckerfreies Leben gehen kann, inklusive Rückfälle und Beobachtungen, wie sie selbst auf verschiedene Nahrungsmittel reagiert.
  • Sie zwingt dem Leser nicht ihre eigenen Überzeugungen auf, sondern ermuntert zu Eigeninitiative und dem Hören auf das eigene Körpergefühl.
  • Das Buch ist ein einem unterhaltsamen Ton verfasst und lässt sich prima lesen. Anastasia Zampounidis motiviert und ermutigt zu Gelassenheit bei der Ernährungsumstellung.
  • Die Autorin vermittelt wichtige Fakten, zum Beispiel, dass Zucker nicht nur ein Nahrungsmittel ist, sondern auch Entzündungsprozesse fördert, das Einschlafen sabotiert und emotionale Super-GAUs auslösen kann.
  • Am Ende des Buchs gibt es eine Aufstellung über die verschiedenen Bezeichnungen für versteckte Zucker, einen kurzen Überblick über Zuckerersatzstoffe; Konservierungsmittel, Aromen und Geschmacksverstärker, über Farbstoffe und Verpackungsinformationen. Diese Abschnitte sind sehr verbraucherfreundlich und klären zum Beispiel auf, dass der Aufdruck „weniger süß“ auf einem Lebensmittel mitnichten bedeuten muss, dass es weniger Zucker enthält.
  • Die Autorin verrät einige ihrer erprobten Rezepte. Allerdings hätte man die vielleicht noch ein wenig besser ordnen können.

 

Dinge, die mir nicht so gut gefallen haben:

  • Am Ende des Buches befindet sich eine Auflistung mit dem Titel „Was fehlt?“ Hier finden sich Spekulationen darüber, was dem Körper fehlen könnte, wenn man zum Beispiel Appetit auf Kohlenhydrate wie Brot oder Nudeln hat. Dieser Abschnitt ist mir persönlich viel zu pauschal. Ein Heißhunger auf frisches Brot kann durchaus auch andere Ursachen haben als nur Stickstoffmangel.
  • Anastasias Beispieltag inklusive Mahlzeitenvorschläge ist ein wenig speziell und so in seiner Form für Berufstätige nicht unbedingt durchführbar. Da die Autorin nur 1,61 Meter groß und sehr schlank ist, sind die Portionsgrößen auch recht klein. Für den einen oder anderen sind 1 Apfel und eine Handvoll Mandeln vermutlich als Imbiss nicht ausreichend. Mir persönlich wäre das zu wenig.
  • Das Buch ist zwar in verschiedene Kapitel unterteilt, eine richtige Struktur hat mir aber bisweilen gefehlt.

 

Fazit:

Das Buch bietet eine Menge Denkimpulse, wenn auch keine wirkliche Anleitung im Sinne von „Tun Sie dies und tun Sie das“. Es zeigt aber auf, wie komplex das Thema Ernährung ist und welche Auswirkungen Nahrungsmittel auf unsere Gesundheit haben. Ich selbst lebe seit einiger Zeit zuckerfrei und habe mir trotzdem viele Textstellen markiert, da sie leserfreundlich aufbereitete Informationen enthielten und ich doch noch Neues gelernt habe. Sehr wichtig fand ich auch, dass Anastasia Zampounidis thematisiert, dass gesundes Essen auch zur Obsession werden kann, bis hin zu einer handfesten Essstörung.

Alles in allem möchte ich diesem Buch trotzdem eine klare Leseempfehlung aussprechen, da es einen guten Einstieg in die Thematik bietet und viele interessante Aspekte anspricht.

Habt ihr das Buch ebenfalls gelesen? Wie hat es euch gefallen? Gerne dürft ihr auch eure Rezensionen hier verlinken.

 

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Folgende Links kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung:

Autorin: Anastasia Zampounidis

Umfang: 194 Seiten

Verlag: Bastei Lübbe

Erscheinungsjahr: 2017

Mir wurde auf meinen Wunsch hin vom Verlag ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung jedoch in keiner Weise beeinflusst.

 

Über die Autorin:

Anastasia Zampounidis, 1968 geboren, begann ihre TV-Karriere beim Musiksender MTV. Es folgten Moderationen für Wetten, dass…?, Sixx TV und ZDFneo. Zuletzt deckte sie im Namen des ZDF als WISO-Konsumagentin regelmäßig Verbraucherfallen auf, unter anderem in der Dokumentation Die Zuckerfalle. Seit elf Jahren verzichtet sie auf Zucker und hat dafür ein Vielfaches an Energie und Lebensfreude gewonnen.

(Quelle: Bastei Lübbe)

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