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Rezension: „Girl on the Train“ von Paula Hawkins

Ashbury – London – Ashbury; diese Strecke fährt Rachel Watson zweimal täglich auf dem Weg zur Arbeit. Dabei hält der Zug immer unmittelbar in der Nähe der Straße, wo sie früher mit ihrem Exmann wohnte. Nur wenige Häuser daneben leben „Jason“ und „Jess“. Ihre richtigen Namen kennt Rachel nicht, doch in ihren Augen sind die beiden das perfekte Paar. Als sie eines Tages etwas Überraschendes beobachtet und „Jess“ kurz darauf verschwindet, wird Rachel aktiv. Doch dann verstrickt sie sich immer tiefer in ein Netz aus Lügen, bis sie schließlich selbst in größte Gefahr gerät …

„Girl on the Train“ ist zu Recht einer der hochgelobtesten Romane des Jahres. Vom Leser erwartet er Aufmerksamkeit: Das Buch ist aus den Perspektiven von Rachel, Megan und Anna erzählt, auf verschiedenen Zeitebenen. Trotzdem ergibt sich am Ende ein rundes, aber verstörendes Gesamtbild.

Paula Hawkins gelingt es, den Leser auf eine beklemmende Reise in eine Londoner Vorstadt mitzunehmen, in der am Ende nichts so ist, wie es schien. Sie zeigt die menschlichen Abgründe hinter scheinbar sympathischen Figuren auf, ohne dass diese jemals an Glaubwürdigkeit verlieren, und lässt den Leser fortwährend zwischen Abscheu, Mitgefühl, Angst und Unverständnis schwanken. Und am Ende kann man die Seiten gar nicht schnell genug umblättern …

Insgesamt ist das Tempo zwar eher Regionalbahn als ICE, aber genau das passt hervorragend zur Geschichte.

Ein großes Lob auch an Christoph Göhler für die hervorragende Übersetzung und ein Dankeschön an Blanvalet für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

Fazit: Klarer Lesetipp, nicht nur für Pendler!

Autorin: Paula Hawkins

Übersetzer: Christoph Göhler

Genre: Roman

Verlag: Blanvalet

Erscheinungsjahr: 2015

ISBN: 978-3-7645-0522-6

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