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    Frag die Übersetzerin 2

    Es ist wieder #FrageFreitag!

    Diese Woche wurde ich gefragt:

    1. Aus welchen Sprachen übersetzt du?

    Ich übersetze ausschließlich aus dem Englischen . Ich „kann“ nur Englisch. 🙂 Zum Glück gibt es gerade aus dieser Sprache viele, viele Übersetzungsaufträge, sodass ich mich damit sehr gut ausgelastet fühle. Häufig werde ich gefragt, ob ich auch INS Englische übersetze. Bei Büchern ist meine Antwort ein klares Nein. Da gilt das Muttersprachenprinzip – um einen literarischen Text wirklich gut übertragen zu können, muss man in der Zielsprache schon absolut sattelfest sein. Ich halte mein Englisch für recht gut, aber ich würde mir nie zutrauen, auch wirklich alle Nuancen der Sprache so ausschöpfen zu können wie ich es im Deutschen kann.

    2. Wie lange dauert eine Buchübersetzung?

    Das ist ganz unterschiedlich. Bei einem Buch aus einer Reihe, die ich schon gut kenne, bin ich erfahrungsgemäß deutlich schneller als bei einem Buch von einem Autor, den ich zum ersten Mal übersetze. Auch der Rechercheaufwand des jeweiligen Buches spielt eine wichtige Rolle. Für die wunderbare York-Reihe aus dem Loewe Verlag muss ich zum Beispiel jedes Mal sehr, sehr viel recherchieren, was den Zeitaufwand für die Übersetzung deutlich steigert. Außerdem kommen in dem Buch sehr viele Rätsel vor, die häufig in der direkten Übersetzung erst mal gar keinen Sinn ergeben oder nicht die gewünschte Zweideutigkeit wie im englischen Original aufweisen. Da muss ich dann schon mal länger überlegen, wie ich das auf Deutsch löse.

    In der Regel veranschlage ich für eine Buchübersetzung drei Monate. Darin sind auch die weiteren Bearbeitungsschritte wie Durchsicht der Änderungen durch die Lektorin, Rücksprachen mit dem Lektorat und Korrektorat und die Fahnenkorrektur enthalten. Manche Autoren sind überrascht, dass ich für eine Übersetzung mehr Zeit brauche als sie zum eigentlichen Schreiben des Romans benötigt haben. Das liegt daran, dass ich jede sprachliche Entscheidung, die der Autor unbewusst fällt, bewusst treffen muss, und das dauert manchmal ein wenig länger. Ansonsten gilt das Gleiche wie in jeder anderen Branche auch: Gute Arbeit braucht ihre Zeit. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel – manchmal kann oder muss es auch ganz schnell gehen. Häufig ist das bei Bestsellerübersetzungen der Fall. Aber das sind besondere Umstände und nicht der Normalzustand.

    Ihr habt Fragen? Stellt sie mir gern in den Kommentaren!

     

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