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    Romance Trends in Deutschland

    Nach den Romance Trends in den USA findet ihr hier nun meine Mitschriften aus dem gleichnamigen Panel bei der LoveLetter Convention. Geleitet wurde es wieder ganz wunderbar von Autorin Jacky Vellguth, und befragt wurden diesmal die Schriftstellerin Poppy J. Anderson sowie die Verlagsmitarbeiterinnen Ruza Kelava (LYX), Annika Hartmann (beHEARTBEAT) und Caterina Katzer (Planet!/Loomlight).

    Und was hatten die Panelteilnehmerinnen zu diesem Thema zu sagen? Immer noch im Trend liegt Dark Romance. Ansonsten werden in Liebesromanen die CEOs inzwischen von etwas „handfesteren“ Helden abgelöst – Handwerkern zum Beispiel.

    Rockstars werden als Protagonisten wohl nie aus der Mode kommen, weil Musik einfach immer ein Dauerthema ist – jede Generation hört Musik.

    Auch stark im Kommen ist magischer Realismus. Damit sind Geschichten gemeint, die im Hier und Jetzt verortet sind, aber mit magischen Elementen.

    Generell fanden die Teilnehmerinnen, das für alles im Genre Platz ist und daher alles möglich sei.

    Angesprochen auf den Trend romantische Komödie in den USA verrieten die Verlagsvertreterinnen, dass dieser Trend in Deutschland noch nicht angekommen sei. Aber wenn RomCom, dann auf jeden Fall mit Tiefgang.

    Was ich persönlich spannend fand: Das in den USA äußerst beliebte Genre Romantic Suspense habe sich in Deutschland nie so richtig festgesetzt, hieß es. Autorinnen, die in den USA als klassische Vertreterinnen dieses Genres gelten, werden in Deutschland als Thrillerautorinnen vermarktet. Beispiele dafür sind Sandra Brown, Lisa Jackson und Karen Rose.

    In den deutschen Verlagen legt man den Fokus inzwischen auch vermehrt auf deutschsprachige Autoren. Im Gegensatz zu den eingekauften Lizenzen für Übersetzungen können hier die Lektoren die Geschichten nämlich mitentwickeln.

    Ruza Kelava von LYX äußerte sich auch noch zu Cover-Trends und berichtete, dass gerade die Cover im Verlag oft für heiße Diskussionen sorgen. Man möchte vermeiden, dass sich die Cover zu sehr ähneln, strebt aber natürlich einen einheitlichen Look an. Bei den Paranormal-Romance-Covern hat LYX einen Trend gesetzt, doch irgendwann trat eine gewisse Übersättigung ein. Inzwischen haben die LYX-Cover einen sehr grafischen Look, mit dem der Verlag sehr zufrieden ist.

    Eine Leserin aus dem Publikum gab allerdings zu bedenken, dass die Cover sich inzwischen alle sehr ähnelten. Ruza Kevlava versicherte ihr, dass der Verlag intensiv daran arbeite, die Bücher zukünftig individueller auszustatten.

    „Erleben die ,Nackenbeißer‚ ein Comeback?“, lautete eine weitere Frage aus dem Publikum. (Mit „Nackenbeißer“ sind die klassischen Liebesromane gemeint, auf deren Covern der Mann so hinter der Frau steht, als wolle er ihr in den Hals beißen. Im romantischen Sinne natürlich.) Nein, hieß es, die Nackenbeißer seien niemals richtig weg gewesen. Sie würden sich inzwischen nur viel besser „tarnen“, nämlich hinter unauffälligeren Covern.

    Einen Wandel stellten die Panelteilnehmerinnen jedoch noch fest: Heutzutage produzieren die Verlage ihre Bücher eher auf das Feedback der Leserinnen hin und nicht mehr umgekehrt wie früher.

    Was meint ihr? Entspricht das euren Beobachtungen vom deutschen Buchmarkt?

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