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Rezension: „Die falsche Geisel“ von K J Howe

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Warum gibt es diesmal kein Rezept zum Buch, fragt ihr euch möglicherweise. Es gibt eins, doch ich habe beschlossen, es zum Interview mit der Autorin zu packen, damit dieser Beitrag nicht zu lang wird. Denn mit dem Buch „Die falsche Geisel“ verbindet mich eine spannende Geschichte.

Ich glaube, es war im September 2016, als ich bei der Krimileserkonferenz „Bouchercon“ in New Orleans die Autorin K J Howe kennenlernte. Wir kamen ins Gespräch, fanden uns nett und am Ende schenkte sie mir ein Vorabexemplar ihres Buches „The Freedom Broker“. Das sah damals noch so aus:

Zum Vergleich: Das spätere Cover war dann doch ein wenig farbenfroher.

(Coverquelle: Website von K J Howe, www.kjhowe.com)

Und so sieht das UK-Cover aus:

(Coverquelle: Website von K J Howe, www.kjhowe.com)

Welches gefällt euch am besten? Mein Favorit ist das mit der Stadtsilhouette.

Zurück zu meiner Geschichte. 🙂 2017 traf ich die Autorin wieder, diesmal im Rahmen einer Thrillerkonferenz in New York, dem ThrillerFest. K J Howe ist die Organisatorin der Veranstaltung und stellt jedes Jahr eine tolle Konferenz auf die Beine. Im besagten Jahr war sie nicht nur hinter den Kulissen tätig, sondern auch für den Preis als beste Debütantin nominiert. Außerdem hat sie gemeinsam einen Workshop mit ihrer Lektorin und ihrem Verleger gegeben, wo ich noch mal mehr über die Entwicklung und den Werdegang des Buches erfuhr. So erzählte die Autorin beispielsweise, dass sie lange an den Dialogen zwischen Rif und Thea gebastelt hätten und die Lektorin begeistert war, als der Verleger sofort anhand des verbalen Schlagabtauschs zwischen den beiden erkannte, dass zwischen ihnen eine Art geschwisterliches Verhältnis herrscht. Ein sehr spannender Einblick in die Entwicklung des Romans, und ich muss zugeben, dass ich tatsächlich mehrere Veränderungen zwischen meinem Vorabexemplar und der Endversion des Buches festgestellt habe, auch in anderer Hinsicht.

Daher ist es kaum verwunderlich, dass ich mit Spannung auf die deutsche Ausgabe gewartet habe. Die erschien am 01. Februar 2019 bei Piper. (An dieser Stelle noch einmal vielen Dank für das Rezensionsexemplar, was meine Meinung zum Buch allerdings in keinster Weise beeinflusst hat.) Und ich muss sagen, ich kann euch das Buch uneingeschränkt empfehlen!

Zum Buch

„Die falsche Geisel“ ist ein rasanter Thriller, der den Leser um die halbe Welt führt. Das Tempo ist hoch, aber man geht es bereitwillig mit, denn K J Howe vermittelt Spannung wie kaum eine andere. Auch ihre Charaktere nehmen uns mit auf eine emotionale Achterbahnfahrt. Da ist zum einen Thea, die Toughe, die niemandem von ihrer Krankheit erzählen will. Da ist ihr Vater, der Opfer eines Verbrechens wird. Da ist ihr Bruder, der als Kind entführt wurde — etwas, wofür sich Thea die Schuld gibt, denn eigentlich hätte sie damals das Opfer sein sollen (daher auch der Titel). Und da ist Rif, Freund und Weggefährte aus der Kindheit und Jugend, der Kollege, an dem sie sich reibt (nicht im wörtlichen Sinne :-)).

Viele Erzählstränge kreuzen sich und reißen brisante Themen an: Piraterie auf den Meeren, Kindersoldaten, Waffenhandel. K J Howes Buch wirkt immer sehr gut recherchiert, authentisch, und auch schwierige Themen arbeitet sie respektvoll auf. Für einen Unterhaltungsroman eine große Leistung. Was mich an diesem Buch am meisten berührt hat: Ich hatte großes Mitgefühl mit dem Bösewicht (und ich benutze das männliche Pronomen hier nur der Einfachheit halber, damit ich nicht ständig der/die/das schreiben muss. Geht bitte nicht zwangsläufig davon aus, dass es sich um einen Mann handelt.)

Zum Cover und Titel

(Coverquelle: Piper Verlag)

So richtig vom Hocker hat mich das Cover nicht gerissen, was vielleicht auch daran liegt, dass die Frau auf dem Titel nicht wirklich meiner Vorstellung von Thea entspricht. Aber vielleicht liegt es auch daran, dass ich das Originalcover kannte und gut fand.

Der Titel ist in meinen Augen auch ein wenig verwirrend, den er bezieht sich auf ein Ereignis in der Vergangenheit, das eigentlich nur zur Hintergrundgeschichte gehört. Aber Titelfindung ist schwer, wie ich aus eigener Erfahrung mit Übersetzungen für Selfpublisher weiß, und es wird vermutlich einen Grund dafür gegeben haben. Allerdings finde ich es schade, dass der Fokus von Thea im Originaltitel (The Freedom Broker, Die Freiheitsmaklerin) im deutschen auf ihren Bruder verlagert wird (Die falsche Geisel).

Die Übersetzung

Liest sich super! Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. 🙂 Die Übersetzer dieses Romans sind Bärbel und Velten Arnold.

Fazit

Kauft euch dieses Buch! Ich kann es uneingeschränkt empfehlen. Wer Spaß an einer temporeichen Geschichte mit ungewöhnlicher Auflösung hat, der wird hier auf alle Fälle auf seine Kosten kommen. Und wer bei seinen Thrillern eine Prise Romantik mag, der findet hier vielleicht auch etwas für seinen Geschmack.

Ich habe Teil 2, „Skyjack“, schon gelesen und freue mich bereits auf Teil 3!

Ein Interview mit der Autorin K J Howe und mein Rezept zum Buch findet ihr übrigens hier.

Und zum Schluss noch ein wenig Angeberei. 🙂 Ein fiktiver Schauplatz aus dem Buch ist das afrikanische Land Kanzi. Beim Recherchen fiel mir auf, dass Kanzi auch der Name einer Apfelsorte ist. Da ich weiß, dass K J Howes Mentor der Autor David Morrell ist, fragte ich sie, ob das vielleicht ein kleiner Fingerzeig in seine Richtung sei. Wer es nicht weiß: David Morrells fiktiver Charakter Rambo (ja, DER Rambo) ist nach einem Apfel benannt. (Kennt ihr diese Geschichte? Falls nicht, erzähle ich sie euch gern in den Kommentaren. :-)) Ihre Antwort: „Du bist die Erste, die das gemerkt hat.“ 🙂

Habt ihr das Buch auch rezensiert? Dann postet den Link gern in den Kommentaren!

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