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Rezept zum Buch: „Instagirl“ von Annette Mierswa

Instagirl

[Werbung wegen Rezensionsexemplar und Verlinkung]

Mein erstes Buch im neuen Jahr war „Instagirl“ von Annette Mierswa aus dem Loewe Verlag. Mich hat diese Geschichte vor allem deshalb interessiert, weil ich eine Tochter im Teenageralter habe und wir ab und zu „begleitend“ lesen — das gleiche Buch zur selben Zeit. Und es ist ziemlich spannend, wie häufig unsere Meinungen dabei auseinander gehen …

Warum kommt dieser Post erst im März? Wir haben ewig gebraucht, ein passendes Rezept zu basteln. Erst haben wir lange überlegt, was zur Geschichte passt, und dann gingen einige Backversuche gründlich daneben. Aber jetzt sind wir mit dem Ergebnis zufrieden. Zuerst jedoch unsere Meinung zum Buch:

Achtung: Um das Buch gründlich bewerten zu können, muss ich einige Handlungsstränge spoilern. Ab hier lest ihr auf eigene Gefahr weiter. 🙂

Zum Buch:

Isi hat eigentlich alles, was das Teenagerherz begehrt: eine super Clique, einen Schwarm, der sich auch für sie zu interessieren scheint, eine tolle beste Freundin und eine heile Familie. Bis zu dem Tag, als sich ihre Eltern trennen und Isi das Gefühl hat, sich auf nichts mehr zu verlassen können. Sie möchte sich neu erfinden, in einer optimierten Version. Und Kim, die mysteriöse neue Mitschülerin, scheint dafür genau die richtige Mentorin zu sein …

Meine Meinung:

Die Geschichte hat mich von der ersten Seite an gefesselt, sodass ich das Buch während einer langen Autofahrt komplett durchgelesen habe. Das Thema „Wie beliebt muss ich online sein, um mich gut zu fühlen?“ ist definitiv aktuell und wichtig und wird hier auch ausführlich thematisiert. Wie viel Likes und Herzchen brauche ich, um mich geliebt zu fühlen? Wie sehr muss ich mich verändern? Ich fand das wirklich gut und wichtig und konnte mich auch in dieser Hinsicht sehr stark in Isi hineinfühlen. Been there, done that. Interessanterweise konnte sich meine Tochter gar nicht mit Isi identifizieren. Zitat: „Die dreht jetzt doch völlig durch.“

Denn Isi lässt sich von Kim zu immer verrückteren Aktionen überreden, ist dem anderen Mädchen geradezu hörig und entfernt sich immer weiter von ihren ehemaligen Freunden und dem Schwarm Matteo. Kim verleitet Isi zum Trinken, Hungern, waghalsigen Selfies auf Bahngleisen und Verabredungen mit unbekannten Männern — und Isi macht mit, angefixt von der Bestätigung, die sie über ihren neuen Instagram-Account bekommt. Doch der Leser merkt: Isi geht es um Kontrolle, denn im Familienleben scheint ihr die komplett entglitten. Dass sich die Eltern trennen, beide neue Partner haben, darin kann sie nichts ändern, doch durch ihren Abnehmwahn bekommt sie mehr Aufmerksamkeit und kann zumindest über etwas in ihrem Leben selbst bestimmen. Die Reißleine zieht sie erst, als ein von Kim arrangiertes Date mit einem Unbekannten beinahe eskaliert.

Leider hat die Geschichte auch einige Schwachpunkte. Häufig hatte ich das Gefühl, dass die Dinge zu schnell passieren, zu überhastet. Klar, für die Geschichte war es wichtig, dass Isi vom Ende der Ehe ihrer Eltern überrascht wird, aber welche 16-Jährige merkt denn nicht, dass beide Elternteile heimlich neue Partner haben? Und welcher Vater reist denn sofort am nächsten Tag nach Tokio ab, mit der lapidaren Nachricht an die Tochter: „Komm schnell nach Hause, wenn du mich noch einmal sehen willst“?

Auch ging es mir zu schnell, wie rasch sich Isi am Ende von Kim löst. Wer so hirngewaschen wurde, braucht bestimmt eine längere Abnabelungsphase. Auch die Rückkehr zum normalen Essen ging mir ein wenig zu schnell, obwohl dies durchaus thematisiert wird, als Isi anfangs lediglich wenige Löffel fester Nahrung zu sich nehmen kann. Aber einem Kind, das seit Monaten nur Salatblätter und Äpfel ist, plötzlich wieder alle möglichen Nahrungsmittel anzubieten, kommt mir merkwürdig vor. Jeder, der schon mal eine einseitige Diät gemacht hat, weiß, dass man erst mal wochenlang unter Magenschmerzen leidet, sobald man sich wieder umstellt.

Auch die Rückkehr zu Isis alten Freunden ging mir zu glatt. Leider wird nirgendwo im Buch erwähnt, wie alt die Protagonisten sind. Ich tippe auf 16? Und einige Fragen bleiben unbeantwortet, obwohl die Antworten mich sehr interessiert hätten: Welches Abkommen hat Kim mit der Schule? Es wird mehrmals erwähnt. Einmal heißt es sogar, ein Lehrer wolle dafür sorgen, dass ihre Immunität aufgehoben werde. Welche Immunität?

Niemand an der Schule hat die Telefonnummer von Kims Familie. So was ist in Zeiten des Internets praktisch unmöglich. Und warum kommt Isi nicht früher drauf, was tatsächlich hinter Kims Familiengeschichte steckt? Das war mir ein wenig zu naiv.

Fazit:

Eine gute Geschichte mit einer wichtigen Botschaft, auch wenn ich mit der Umsetzung nicht immer ganz einverstanden war. Für Mütter mit Töchtern im Teenie-Alter aber eine gute Möglichkeit, das Thema mal zu besprechen.

Vielen Dank an den Loewe Verlag für das Rezensionsexemplar. Meine Meinung hat dies in keiner Weise beeinflusst.

Zum Rezept:

Wir haben uns schließlich für Müsli-Muffins entschieden, da Gewicht im Buch so eine große Rolle spielt. Lecker, aber trotzdem gesünder als Kuchen.

Müsli-Muffins

Zubereitungszeit: ca. 40 Minuten

Backzeit: 20 Minuten

Instagirl Müsli

Müsli-Muffins

Ergibt: 12 Stück

Ihr benötigt:

  • Handrührgerät
  • 2 Schüsseln
  • Muffinblech mit Papierförmchen
  • Kuchengitter zum Abkühlen

Zutaten für den Teig:

  • 260 g Dinkelvollkornmehl
  • 120 g braunen Zucker
  • 2 Teelöffel Backpulver
  • 1 Prise Salz
  • 1 Teelöffel Zimt
  • 1/2 Teelöffel Natron
  • 180 g Müsli (wir haben zuckerfreies Beerenmüsli genommen)
  • 110 g weiche Butter
  • 1 Ei
  • 180 g Vollmilchjoghurt
  • 120 ml Milch

Anleitung:

  1. Den Backofen auf 180°C Umluft oder 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Muffinförmchen mit den Papierförmchen auskleiden.
  2. In einer Schüssel Mehl, Zucker, Zimt, Backpulver, Natron und Salz vermischen. Anschließend das Müsli unterrühren.
  3. Butter, Ei, Joghurt, Milch in einer zweiten Schüssel gründlich mit dem Handrührgerät verrühren.
  4. Nach und nach die Mehlmischung hinzugeben, bis alles gut miteinander vermischt ist.
  5. Den Teig in die Muffinförmchen füllen, aber nur ungefähr 2/3 hoch.
  6. Im Ofen auf der mittleren Schiene etwa 20 Minuten goldbraun backen. Herausnehmen und abkühlen lassen.

Guten Appetit!

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